Archiv der Kategorie 'Zen'

E wie Espresso

Dank unserem südlichen Nachbarn, konnten wir schon früh von Kaffeekultur profitieren. Zwar ist der Café Creme noch immer das Mass aller Dinge (leider), aber dank Alukapseln und George Clooney ist der Espresso auf dem Vormarsch. Die Kunde, dass ein Espresso nicht einfach ein kurzer Kaffee (weniger Wasser) ist, hat sich doch fast stadtweit durchgesetzt. Ist der Kapselkaffee für das Büro ein gangbarer Kompromiss, so kann man in der Freizeit doch gerne darauf verzichten. Da eine teure Maschine noch keinen guten Barrista macht, muss sich der Prophet halt jeweils auf den Weg zum Berg machen.

Wo bekommt man das begehrte schwarze Gold in unserer schönen Stadt? (Natürlich ohne Berücksichtigung der grossen Ketten, den wie wir wissen ist jede Kette nur so Stark wie ihr schwächstes Glied und das ist in diesem Falle eher dünn und mit Vanille versetzt).

Espresso ist das Zen des Kaffees kurz und prägnant. Es soll die Essenz des Kaffees hervorbringen und damit Basta. Das selbe gilt für den Ort an dem er produziert wird, schnörkellose Bar mit schneller Bedienung und natürlich eine Schöne Maschine mit viel Chromstahl.

Die beste Preisleistung ist nach wie vor das Bellcaffè (Caffè & Bar Bellevue). Für 3.80 CHF bekommt man einen tadellosen Espresso. Die Bedienung ist so schnell, dass man sich während dem Umsteigen auf die andere Tramlinie locker einen kleinen Schwarzen ziehen kann. Die Maschinen sind im Dauerbetrieb was für frische und die nötige Temperatur sorgt. Das Publikum ist spannend und lädt zum verweilen ein, aber eben das Tram wartet schon.

Sehr gute Espressi bietet auch La Stanza. Für 4 CHF bekommt man einen wunderbaren Espresso gereicht, begleitet von einem Glas Wasser. Einwandfrei, geschmacklich wunderbar intensiv, nicht zu sauer. Die Bar ist hell und liegt gleich vis-à-vis von Fidels-Flagshipstore. Die cleveren Betreiber haben auch schon ein paar Stühle dazwischen gestellt. So kann man erst Zigarren kaufen gehen und dann beim Kaffee gleich ein Rauchopfer bringen.
Möge die Klimaerwärmung bald kommen.

Marmorfetischisten und Szenis findet man, nebst guten Kaffee im Infinito (Espresso 4.40, Doppio 5.00). Die Bar bietet Italianità in Zürich, italienische Zeitungen und Knabbereien. Der Espresso ist einer der besten der Stadt. Schön ist auch die Möglichkeit aus verschiedenen Kaffeesorten auswählen zu können. Kein wunder also, wenn die Bar gut besucht ist und man keinen Platz mehr findet. Die Lösung des Problems liegt aber gleich auf der anderen Strassenseite.

Gleich gegenüber in dunklem Holz gefasst, das Ricardos. Espresso und Wasser 4.50 CHF. Klein und gemütlich eingerichtet, ist es leider aber zu schnell verraucht (zumindest vorläufig). Ansonsten kann man eigentlich nur über die teppichbezogenen Treppe herziehen, die schon ein wenig aus der Mode ist (und hoffentlich nie wieder sein wird).

Zu guter letzt noch das Bohemia, da wird der Kaffee auch gleich selber geröstet. Die Bar verkauft zwar eher Hochprozentiges aber zumindest in den Morgenstunden ist es doch ein guter Ort für einen entsprechenden Kaffee.

Liebe Weinhändler,

Das ist nicht die feine Art mit den guten Vorsätzen eurer Kundschaft umzugehen. Kaum ist ein neues Jahr angebrochen und die Leberschonzeit ausgerufen, füllt ihr meinen Briefkasten mit euren neuen Angeboten und Geschenken. Erst Zweifel (Treberwurst), dann Landolt (Pasta) und zu guter letzt Mövenpick würden mich gerne einmal in ihrem Kellern begrüssen. Zugegeben ich habe euch das letzte halbe Jahr sträflich vernachlässigt, aber das Zen des Kellers sagt, man muss den Keller erst leeren bevor man ihn neu befüllen kann. Mein Keller ist zwar noch immer nicht leer (ich dafür öfters voll), aber vielleicht kann man sich die Krise schöntrinken? Ein Versuch ist es definitiv wert, falls sie (Weinhändler, zurzeit am liebsten Rhônetal) sich auch noch an meinem Experiment beteiligen wollen dann melden sie sich doch einfach bei meinem Briefkasten.

Prost und Dank.

Einkaufen und Kaffe saufen…

Ich habe kürzlich über das Zen der Leere berichtet und dabei ganz die Versuchung aus dem Schlaraffenland vergessen welches in Form der Migros unweit davon lauert. Und zwar nicht irgendein Migros sondern ein besonders fortschrittlicher, passend zum Quartier. Ein Ort wo neue Produkte und Konzepte ausprobiert werden, quasi eine Spielwiese für PR-Meitli und Marketingfritzen. Bei dem kleinen Platz ist das Sortiment natürlich begrenzt, aber man findet immer mal wieder ein neues kreatives Produkt (dazu später mehr). Wegen dem kleinen Sortiment gibt es auch keine Wägelchen sondern nur Handkörbchen, mit Grosseinkauf ist also nix. Der hätte ja auch keinen Platz in der nahen Loft.

Neue Konzepte werden aber nicht immer gut aufgenommen, die Singlekörbchen haben sich nie so recht durchsetzten können, ausser bei Männerbekanntschaften. Das mag aber auch an der einschlägigen Klientel des nahen Fitnesstudios liegen. Ein Einkaufsprofi erkennt auch anhand  der eingekauften Ware wer Single ist und was für ein Lebensstil geführt wird.

Nebst Laden gibt’s auch eine Tränke mit Speisen, nur zu den Zeiten zu denen ich dort verkehre ist die Speisevitrine meist leer. Das ist aber nicht weiter schlimm, da ich dort nicht zu speisen pflege, sondern nur den Kaffee trinke. Der Kaffe ist akzeptabel (Preis/Leistung)  und bietet die Möglichkeit ihn draussen auf dem Bänkchen zu trinken (in der nicht so kalten Jahreszeit).  An selbigen Bänkchen müssen alle vorbei, den eine Art künstliche Verengung, quasi eine hohle Gasse durch die all die Leute schreiten müssen, führt in den Puls5. Vorbei an mir und meinem Kaffee. Das ist ein schönes Hobby dort zu sitzen, Leute zu mustern und den Kaffee kalt werden zu lassen. Die Leute hier haben einen sehr eigenen Stil, ihre Kleidung ist kreativer, und nicht so uniform von H&M, aber ihre Körper sind nicht so durchtrainiert wie in anderen Stadtteilen. Ich vermute sie verbringen mehr Zeit mit ihrer Kleidung als im Fitnessstudio, aber das ist ja einschlägig bekannt.

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