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Zürich sucht den StadträtIn.

Das Kandidatenkarusell beginnt sich zu drehen. Zuerst war es einmal mehr die SP die ihre Karten auf den Tisch gelegt hat. Die jungen Wilden konnten die alteingesessenen Apparatschiks zur Pensionierung bewegen. Die Parteileitung schickt gleich vier KandidatInnen ins rennen um die 2 zurücktretenden Stadträte zu ersetzten. Die Cheffin und Martin „Aufräumer“ Waser sind schon gesetzt und werden wohl auch ihre Ämter behalten. Zwei von den neuen Kadidaten kennen wir ja bereits von der Stapi-Wahl, dazu gibts nichts neues zu berichten und die anderen zwei? Netterweise stellt uns die Parteileitung gleich auch den CV ins Netz. Ueli Keller prosaisch und Sabine Ziegler mit 2 Preisen, ich bin tief beieindruckt!

Und die anderen Parteien?
Kassenwart Martin Vollenwyder und der Chefträmler Andres Türler sollen uns erhalten bleiben als Vertreter der FDP/die Liberalen (wenn schon kein Parteiprogramm dann wenigstens ein langer Name). Zusätzlich schicken sie noch Urs „the Schnauz“ Egger. Ein Mann bei dem wenigstens nicht Hopfen und Malz verloren ist. Wieso sie keine Frau aufgestellt haben als Nachfolgerin von Fast-Stami Marthelli bleibt mir ein Rätsel. Genauso die musikalischen Fähigkeiten ihrer Kandidaten, ob also noch etwas wird aus unserer Regierungsband bleibt offen.

Eine Frau gibts aber von den Grünen, leider wohl die falsche für den Backgroundgesang (Stichwort „Panaschierkönigin“). Die Grünen wollen ihren Sitz mit Stadträtin Ruth Genner verteidigen. Aber nicht nur das, nein, gleich noch einen Zweiten haben sie ins Auge gefasst. Entweder Daniel Leupi (Mitinhaber des Velobüros und einer eigenen Homepage) oder Pierino Cerliani (Architekt mit eigenem CV). Die Grünliberalen wollen nebst ihrem inoffiziellen Stadtrat (Andres Türler) nun doch noch einen offiziellen. Mit Frau Denise Wahlen, Ernährungs- und Vitalstoff-Therapeutin, hätte man dann wenigstens schon jemand fürs Catering. „Wahlen wählen“ ist ja auch ein super Slogan…

Die CVP wartet noch auf die göttliche Eingabe oder gibt man sich mit einem bestehenden Sitz zufrieden (Gerold Lauber)? Die göttliche Eingabe fehlt wohl auch der EVP, nebst den nötigen Stimmen. Ernst Danner wir es aber sicher nochmals probieren.

Die SVP hat Pandorras Box zum Glück noch nicht geöffnet, aber man kann an einer Hand abzählen was da wohl zum vorschein kommt. Messerstecher- Ratten- oder gar Tuenaplakate? Man wartet gespannt (Wie wäre es mit dem Slogan „Liebi Stadt, Zürich“).

Erfahrungsgemäss dürfen wir auch mit Teilnahme von Hanfueli, Kunigunde und Marian Danovski rechnen.

Eins ist also jetzt schon klar, es wird knapp werden mit dem Kuchen und der eine oder andere wird hungrig vom Tisch gehen.

Zürich ist schwul und keiner geht hin.

Sodom und Gomorrha hat uns die EDU versprochen, falls die Europride 09 in unserer Stadt gastiert würde. Leider habe ich davon nicht viel mitbekommen, abgesehen von ein paar Fähnchen und einem aufblasbaren Darkroom beim Ratshauscafe. Die Veranstaltung war eher unscheinbar an mir vorbeigezogen, fast so wie unsere neue Stadtpräsidentin. Wie heisst die schon schon wieder? Der Alt-Stapi ist da weitaus erfolgreicher mit der Medienpräsenz. Er sucht endlich einen neue Slogan für die Stadt (Danke!). Mein Vorschlag: „Zurich: closed for renovation“. Vielleicht liegt es auch an den vielen Baustellen, dass ich die Europride nicht gesehen habe, wobei knackige Bauarbeiter ja dem gängigen Klischee entsprechen würden, aber die mussten eben arbeiten…

B wie Bier von hier.

Wie Versprochen ein kurzer Blick ins stadtzürcherische Bierglas. Bier wird bekanntlich in Brauereien gebraut, von denen gab es viele in der Limmatstadt und gottlob gibt es mittlerweile nach dem Niedergangvon Hürlimann (jetzt Google und Co) und Löwenbräu (jetzt Kultur und Co) wieder die eine oder andere Stadtbrauerei.

Um Oben anzufangen, das Beste Bier braut mit Abstand Hirnibräu. Ein Mann mit Brauverstand und das schmeckt man auch. Wer einmal das Glück hatte das eine oder andere Fläschchen aus dem Giftschrank probieren zu können, der weiss wie Bier zu schmecken hat. Einziges Problem an der Sache ist natürlich der Vertrieb, klein und fein führt leider dazu, dass es nur in den wenigsten Lokalen erhältlich ist, gottlob kann man es sich nach Hause liefern lassen.

Auf dem zweiten Platz folgt der Lokalmatador Turbienenbräu. 1997 angetreten gegen die Vormachtstellung der Grossbrauereien hat sich die Brauerei prächtig entwickelt. Sie vertreiben nicht nur coole T-Shirts, nein sie brauen auch gutes Bier. Angefangen hat alles eher klein neben dem Les Halles (heute Besame Muchoo). Heute kann man es in diversen In-Lokalen trinken. Nebst einem „Standart“ Lager, hat es mir das Rekord (am liebsten offen) angetan, sind gute dunkel Biere doch Mangelware. Mit dem Taifun habe sie übrigens den besten Begleiter zu asiatischem Essen geschaffen.

Auf dem Dritten Platz die Hausbrauerei der Liberalen (s’Bier, Flühgasse 8), aber keine Angst, brauen tut meines Wissens ein pensionierter Profi. Die Liberalen beschränken sich auf ihre Kernkompetenzen, dem Finanzieren und Vermarkten. So schmeckt das Bier und man steht Samstags in der Schlange um noch einen Kasten ab Rampe zu kaufen.

Und dann noch Amboss, zugegeben über Geschmack lässt sich streiten, aber wo kein Geschmack ist ist auch kein Streit. Insofern ein ideales Bier für den Nahen Osten, wenn nur der Alkohol nicht wäre. Man munkelt der Name komme vom Gefühl, dass man am nächsten morgen im Kopf hat. Spass beiseite, zu wenig Hopfen zu wenig Vollmundig (Besteht die Schüttung aus Gerstenstroh?), kurz nicht mein Geschmack.
Gebraut und Abgefüllt wir es ausserdem im steuergünstigem Baar bzw. Solothurn (obergährig), die machen ansonsten sehr gute Biere (Dunkel und Bügelspez). Insofern ist Amboss also auch gar keine Brauerei…dann schon lieber es Hürlimaa aus Rheinfelden.

Zu guter Letzt noch der Bierpaul, Ein Bierkonzept, das eigentlich mit Zürich nicht viel am Hut hat (ausser 01, aber das nun auch nicht mehr), wird es doch von der Erusbacher Brauerei hergestellt. Keine Angst, das Bier hat keine weisse Socken. Die Idee mal etwas anderes zu machen, statt nur Stangen-Lager finde ich unterstützenswert, zumal die eine oder andere Sorte wirklich sehr gut gelungen sind.
Das ganze hat nur zwei Probleme, erstens das Nummernkonzept. Wer tauft seine Biersorten 01, 02, 03? Das kann sich keiner (zumindest ich) merken (spätestens nach dem ersten, zweiten,…Bier) und so wird das bestellen zum Glücksspiel. Dabei könnte man sie ja einfach „Weizenpaul“, „Dunklerpaul“ und „Roggenpaul“ nennen.
Das Zweite sind die „ä-stange. Ich au“ Trinker, so läuft das Bier nicht immer zügig über die Theke, bzw. ist der Absatzmarkt halt doch sehr klein. Die Folge davon ist, dass die eine oder andere Flasche schon etwas lange rumsteht. Das ist wohl das Schicksal von Spezialbieren und eigentlich ja nicht der Fehler der Brauerei. Mein Tipp ein Doppelbock belgischer Stil, dem tut ein wenig warten Gut.

Proscht Nägeli!

PS: Alle die ich vergessen habe, werden nach einreichen eines Musterexemplars natürlich gerne angefügt.

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