Über Tüten, Taschen, Säcke, Beutel und was es da noch so gibt. Schon Oetzi trug seine Besitztümer mit sich herum und damals war die Welt noch einfach. Kein wunder das in der heutigen Zeit fast niemand mehr ausser Haus gehen kann ohne eine Tasche mitzuführen.
Marktleader ist sicher der altbekannte Papiersack für 30 Rp. meist wohl mit dem Migros Logo bedruckt, kurz gefolgt von Coop und den anderen der Lebensmittelbranche. Vergeblich suche ich sie im Ausland, vielleicht hat man dort noch nicht das Bedürfnis nach so grossen Tüten, es sind ja nicht alle Menschen so reich wie hier.
Mit der Wahl des Sack-Logos kommuniziert man auch gleich noch seinen sozialen Status was das Paarungsverhalten erheblich erleichtert. Migros oder Coop Kinder sind leicht zu erkennen und so ist die erste Bewährungsprobe einer Partnerschaft schon gemeistert. Beziehungen solcherart halten meist überdurchschnittlich lange.
Der arme Punk führt sein Dosenbier in der Denner Tüte, der gutbetuchte seine Schnittchen im Globussäcklein. Bei soviel Harmonie bekam schon mancher Besucher feuchte Augen, kennen die doch meist nur diese dünnen Flattersäcke, die ganze Landstriche in Cristo Manier überziehen.
Der Grosse Nachteil der Schweizer Erfindung? Wasser und andere Flüssigkeiten, die gibt es in unseren Breitengraden nicht zu knapp. Wer kennt das nicht, man ist auf dem Weg zum Altglascontainer mit vier voll beladenen Papiersäcken. Leider wurde nicht immer sauber ausgetrunken und Schwups reisst der nasse Sack, das Glas kullert über die Strasse, und bald schon bildet sich eine Zuschauermenge in der Hoffnung ein aktuelles Ereignis bestaunen zu können. Ach wie peinlich. Der einzige Trick der jetzt noch hilft nicht ins Lokalfernsehen zu kommen, das ganze als Kunstperformance zu definieren und ab durch die Mitte.
Besser ist wenn man einen Rucksack trägt. Der reisst nicht bei Nässe und man hat die Hände frei um Leute beiseite zu schieben, damit man freie Sicht auf die Strassenkunst erhält. Zusätzlich ist man im Ausland leicht zu erkennen für allfällige Landsleute, die einem dann auch gnädigerweise aus dem Weg gehen.
Ja, auf den Rücken, da gehören die Lasten hin. Früher in der Schule war das ja noch selbstverständlich, als man noch die Tonnen von Schulbüchern täglich im Tornister mitführte. Heute erledigen das die grossen Containerschiffe, die Turnschuh Generation ist nicht mehr in der Lage schwere Lasten zu befördern. Einzig Laster werden noch gefördert.
Nun hat sich die Piraterie auf diese Schiffe spezialisiert und so wundert es nicht, dass alle Welt von Bildungskrise spricht. Da man dieses Tun mit Kriegsschiffen unterbinden wird, muss sich der gemeine Pirat etwas neues Suchen. Papiertüten kommen wegen der Feuchtigkeit nicht in Frage, bleiben nur die Rucksackträger.
Nur gut hat man die Hände frei, um sich gegen Piraten zu wehren, die es gar nicht gäbe, würden alle ihre Bürde selber tragen. Aber dazu später mehr…
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