Archiv der Kategorie 'Feiniweini'

Bestechungsgeschenke…

oder wie die heissen mögen, da es ja keine Korupption gibt in unserer Stadt.

Mein Zahnarzt bedankt sich herzlich bei Ihnen, Herr Ernst Stocker, für den harten Tirggel (ich würde sagen Badzimmerplättli) den sie mir heute freundlicherweise überreichen liessen. Traditionell wird dazu aber noch eine Flasche Zürcher Aceto gereicht (Klevner) um den Ziegel einweichen zu können. Aber woher sollen sie das als Seebueb auch wissen? Das reicht natürlich noch nicht für meine Stimme…darf auch ruhig was aus dem Bordelaise sein.

PS: Sätze wie „Ernst Stocker wird in allen Parteien geachtet, respektiert und geschätzt.“ finde ich dann doch sehr lustig, gibt es doch etliche Parteien von welchen ich weder „geachtet, respektiert noch geschätzt“ werden möchte. Wenn wir schon bei dem Satz sind, dann Bitte auch gleich noch die Frage nach der unterschiedlichen Bedeutung von „geachtet, respektiert und geschätzt“? Besser wäre „Bei Ernst Stocker(s PR-Berater) wachsen die grössten Kartoffeln“.

D wie Drinks

Drinks oder Cocktails sind eine importierte Sitte, weshalb gute Cocktail-Bars auch eher selten sind in Zürich. Gut ist ja auch immer eine sehr relative Bewertung (schlecht hingegen sind die Bars in, der der Cognac kalt im Schnapsglas serviert wird). Wie mit allen importierten Dinge findet man sie meist dort, wo die Exporteure verkehren. In unserem Fall die guten Hotels. Bevor ich hier aber ein Abriss zu Zürichs Hotelbars gebe (Nein, das IBIS ist nicht gemeint (Ist ja auch kein Abriss) und ja die Wüste dann aber schon (Obwohl auch kein Abriss)), klammere ich die lieber einmal aus. Damit halte ich mir auch noch ein zukünftiges Thema offen.

Fangen wir oben an. Wo gibt es die besten Cocktails? Natürlich dort wo die fähigsten Barkeeper zu Hause sind; die Kronenhallebar. Nicht ganz preiswert, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Nicht zu verwechseln mit dem Restaurant, der Eingang befindet sich weiter oben, Richtung Kunsthaus. Hier findet man alles, was das Herz begehrt und einen Drink zu finden der für Stirnrunzeln hinter der Theke sorgt ist schwierig.

Der Zweite Platz geht an die Hausbar, es gibt Orte und Anlässe an denen man nicht nüchtern erscheinen möchte. Ideal ein Cocktail als Einstimmung. Ich empfehle :

Tom Collins
Verhältnis 4/4/2/0
Gin (der Gute und kalt!)
Zitrone (frisch gepresst)
Zuckersirup (auch kalt)
Wasser (homöopathisch)
Eis wer mag.

Das ist ja nicht allzu schwer. Die Finnen haben übrigens ein eigenes Wort für das „sichwarmtrinken zuhause“, leider ist es mir entfallen, aber ich komme bei Gelegenheit darauf zurück.

Dritter Platz geht an die Sihlporte, dort kann man wählen, Sugerlounge (Plunters Punch) eher süss oder BARADOX (weig Platz, dafür aber steife Drinks) am besten beides und nachher in die Helvti (keine Drinks aber Stil).

Weniger Stil dafür mehr hochprozentiges bieten die verschiedenen Akte. Manchmal braucht man einfach einen starken Drink in einem unkomplizierten Ambiente. Das selbe gilt für das (Palais) X-tra, wenn da nicht gerade Kindergeburtstag ist (leider immer, ausser Mittwochs).

Ein spezielles Ambiente bietet die Wings Lounge das gilt auch für die Drinks. Gemütlich und mit dem vergangenen Charme des Fliegens serviert. Keine Angst es hat nichts mit dem heutigen Fliegen zu tun, man hat mehr Beinfreiheit. Sobald Zürich endlich rauchfrei ist ein guter Ort für einen Cocktail oder Tomatensaft um in Wochenende abzuheben.

Auch gute Drinks vor allem Rum, gibt es ein bisschen weiter im Cranberry. Vorteil dieser Bar ist, dass kein aufdringliches Weibsvolk anwesend ist, ob mann dadurch weniger gestört wird muss man schon selber raus finden.

In diesem Sinne Prost. Natürlich habe ich noch die eine oder andere Bar vergessen, aber dafür gibst ja Koment(b)ar.

B wie Bier von hier.

Wie Versprochen ein kurzer Blick ins stadtzürcherische Bierglas. Bier wird bekanntlich in Brauereien gebraut, von denen gab es viele in der Limmatstadt und gottlob gibt es mittlerweile nach dem Niedergangvon Hürlimann (jetzt Google und Co) und Löwenbräu (jetzt Kultur und Co) wieder die eine oder andere Stadtbrauerei.

Um Oben anzufangen, das Beste Bier braut mit Abstand Hirnibräu. Ein Mann mit Brauverstand und das schmeckt man auch. Wer einmal das Glück hatte das eine oder andere Fläschchen aus dem Giftschrank probieren zu können, der weiss wie Bier zu schmecken hat. Einziges Problem an der Sache ist natürlich der Vertrieb, klein und fein führt leider dazu, dass es nur in den wenigsten Lokalen erhältlich ist, gottlob kann man es sich nach Hause liefern lassen.

Auf dem zweiten Platz folgt der Lokalmatador Turbienenbräu. 1997 angetreten gegen die Vormachtstellung der Grossbrauereien hat sich die Brauerei prächtig entwickelt. Sie vertreiben nicht nur coole T-Shirts, nein sie brauen auch gutes Bier. Angefangen hat alles eher klein neben dem Les Halles (heute Besame Muchoo). Heute kann man es in diversen In-Lokalen trinken. Nebst einem „Standart“ Lager, hat es mir das Rekord (am liebsten offen) angetan, sind gute dunkel Biere doch Mangelware. Mit dem Taifun habe sie übrigens den besten Begleiter zu asiatischem Essen geschaffen.

Auf dem Dritten Platz die Hausbrauerei der Liberalen (s’Bier, Flühgasse 8), aber keine Angst, brauen tut meines Wissens ein pensionierter Profi. Die Liberalen beschränken sich auf ihre Kernkompetenzen, dem Finanzieren und Vermarkten. So schmeckt das Bier und man steht Samstags in der Schlange um noch einen Kasten ab Rampe zu kaufen.

Und dann noch Amboss, zugegeben über Geschmack lässt sich streiten, aber wo kein Geschmack ist ist auch kein Streit. Insofern ein ideales Bier für den Nahen Osten, wenn nur der Alkohol nicht wäre. Man munkelt der Name komme vom Gefühl, dass man am nächsten morgen im Kopf hat. Spass beiseite, zu wenig Hopfen zu wenig Vollmundig (Besteht die Schüttung aus Gerstenstroh?), kurz nicht mein Geschmack.
Gebraut und Abgefüllt wir es ausserdem im steuergünstigem Baar bzw. Solothurn (obergährig), die machen ansonsten sehr gute Biere (Dunkel und Bügelspez). Insofern ist Amboss also auch gar keine Brauerei…dann schon lieber es Hürlimaa aus Rheinfelden.

Zu guter Letzt noch der Bierpaul, Ein Bierkonzept, das eigentlich mit Zürich nicht viel am Hut hat (ausser 01, aber das nun auch nicht mehr), wird es doch von der Erusbacher Brauerei hergestellt. Keine Angst, das Bier hat keine weisse Socken. Die Idee mal etwas anderes zu machen, statt nur Stangen-Lager finde ich unterstützenswert, zumal die eine oder andere Sorte wirklich sehr gut gelungen sind.
Das ganze hat nur zwei Probleme, erstens das Nummernkonzept. Wer tauft seine Biersorten 01, 02, 03? Das kann sich keiner (zumindest ich) merken (spätestens nach dem ersten, zweiten,…Bier) und so wird das bestellen zum Glücksspiel. Dabei könnte man sie ja einfach „Weizenpaul“, „Dunklerpaul“ und „Roggenpaul“ nennen.
Das Zweite sind die „ä-stange. Ich au“ Trinker, so läuft das Bier nicht immer zügig über die Theke, bzw. ist der Absatzmarkt halt doch sehr klein. Die Folge davon ist, dass die eine oder andere Flasche schon etwas lange rumsteht. Das ist wohl das Schicksal von Spezialbieren und eigentlich ja nicht der Fehler der Brauerei. Mein Tipp ein Doppelbock belgischer Stil, dem tut ein wenig warten Gut.

Proscht Nägeli!

PS: Alle die ich vergessen habe, werden nach einreichen eines Musterexemplars natürlich gerne angefügt.

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