Nie mehr Openair!

Ob es am Versagen unserer Architekten liegt oder am guten Marketing von Woodstock, sei dahingestellt, aber eins ist sicher, der urbane Mensch hat ein sehr komisches Verhältnis zu seiner Umwelt. So richtig frei fühlt er sich nur draussen, obwohl dort tausend Gefahren auf ihn warten und das Wetter ja sehr selten mitspielt (man schau sich nur die Prognosen an). Auf jeden Fall drängt es ihn nach draussen und mit ihm die ganze Unterhaltungsindustrie. Finde ich Openair Konzerte noch ganz in Ordnung, habe ich bei Openair-Kinos so meine begründeten Zweifel. Ich gebe zu, dass ich mich ganz gut amüsierte, als vor ein paar Jahren Topguner Tomyboy Cruise auf der Wiese am See zu bewundern war. Man verstand zwar kein Wort, aber dafür war es ja auch gratis und bei weitem nicht so kommerziell ausgerichtet wie heutzutage. Heute verdränge ich das alljährliche Kinodebakel und all seine Nachahmer, das ist zuweilen nicht einfach, schiessen die doch wie Pilze aus dem Boden. Wieso soll ich mich den um rare Eintrittskarten bemühen, um dann bei Regen auf einem unbequemen Campingstuhl Filme zu schauen? Schliesslich möchte man sich ja auf den Film konzentrieren und nicht auf die vorbei fliegenden und fahrenden Objekte. Kommt dazu, dass ich mich schon Stunden früher vor der Kasse einreihen müsste um zumindest einen unbequemen Stuhl mit Blick auf die Leinwand zu ergattern. Dieses Warten habe ich den auch nur einmal mitgemacht, das war zwar durchaus eine interessante Lebenserfahrung. Nur wäre ich danach lieber an einen Hockeymatch gegangen als im Kino zu schlafen. Egal wann man kommt, es hat grundsätzlich schon Leute da. Das ist ja nicht weiter schlimm, schlimmer sind dann nur Leute, vor allem Frauen, maximal 50% den gängigen Schönheitsidealen entsprechend, die sich dann unauffällig nähern um dann vorne bei der Schlange zufällig zu warten. Schwuppdiwupp, schon haben sie sich eingereiht. Auf Erklärungen meinerseits wie den so eine Schlange funktioniere, erntet man nur überraschte Blicke und das typische „ich-bin-noch-Jungfrau-und-unschuldig“-Lächeln und die erstaunte Feststellung:“ Ach, ihr wartet hier?“. Als ob wir hier die GV des Klubs der stoischen Einerreihe, abhalten würden.
Kaum öffnet sich dann die Türe strömen die Massen hinein suchen sich einen Platz und setzten sich nicht etwa, Nein, sie markieren nur ihr Revier, dass aber reichlich kreativ. Vom selbstgemalten Plakat, über kilometerlange Klebeband Kunstwerke ist da einiges zu bewundern. Danach macht Mensch sich aus dem Staub, den es ist ja, oh wunder, noch nicht dunkel genug für den Film. So hat man nun Zeit sich a) an der Bar zu betrinken, b) sich noch ein wenig zu langweilen, c) eine Limmatschifffahrt zu unternehmen. Irgendwann sind dann alle wieder am Platz, lutschen an dem neusten Erzeugnis der Frisco- Findus, das man gratis erhält. Es dunkelt ein, die Werbung und der Regen beginnen. Der Film hat natürlich Kultstatus und alle meine Nachbarn kennen alle Dialoge und Szenen auswendig, geizen auch nicht damit ihre Nachbarn und mich damit beeindrucken zu wollen.

Eigentlich wäre es mir ja egal was da passiert, nur nimmt der ganze Anlass relativ viel Platz weg, der sonst von Leuten genutzt werden könnte, die sich auch wirklich am See erfreuen. Nicht zu vergessen, dass die wenigen Anwohner die noch nicht vom Baulärm vertrieben wurden mit zusätzlichem Lärm belästigt werden. Die grösste Frechheit ist aber, dass das Orangenkino doch glatt meine geliebte Tinguely Skulptur am See zu verdecken. Keine Lebensfreude mehr um 11.00 und 17.00 Uhr, so eine Schande! Dabei heisst es doch, haltet den See sauber, erlaubt ist was nicht stört. Openair Kinos ab an die Leine oder nach Rapperswil.

Abkühlung gesucht?

Jetzt wo das Quecksilber in die Höhe schiesst, schreit alles nach Abkühlung. Am Mittwoch bietet sich dazu eine passende Gelegenheit. Die Stadtzürcher Seeüberquerung findet statt (definitiv). Was soviel bedeutet wie, dass am Mittwoch nicht mit Gewittern zu rechnen hat. Man schwimmt oder Aquajoggt von Mythenquai zur Badi Tiefenbrunnen. Dort wird man mit einem leckeren Gourmemenu belohnt. Sollte man unterwegs schlapp mach, so wird man per Boot zu Tische gebracht. Einer der wenigen Events die man sinnvollerweise am  See macht.

Die Deutschen kommen.

Das ist ja eigentlich keine neue Erkenntnis, aber neu ist, dass sie auch gleich noch ihre Infrastruktur (Briefkasten) mitbringen. Kein Wunder, dass ihr Kässeliwart nicht so gut auf die Schweiz zu sprechen ist oder ist es gar eine Massnahme zur Integration? Ich bin gespannt.

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Zürich sucht den StadträtIn.

Das Kandidatenkarusell beginnt sich zu drehen. Zuerst war es einmal mehr die SP die ihre Karten auf den Tisch gelegt hat. Die jungen Wilden konnten die alteingesessenen Apparatschiks zur Pensionierung bewegen. Die Parteileitung schickt gleich vier KandidatInnen ins rennen um die 2 zurücktretenden Stadträte zu ersetzten. Die Cheffin und Martin “Aufräumer” Waser sind schon gesetzt und werden wohl auch ihre Ämter behalten. Zwei von den neuen Kadidaten kennen wir ja bereits von der Stapi-Wahl, dazu gibts nichts neues zu berichten und die anderen zwei? Netterweise stellt uns die Parteileitung gleich auch den CV ins Netz. Ueli Keller prosaisch und Sabine Ziegler mit 2 Preisen, ich bin tief beieindruckt!

Und die anderen Parteien?
Kassenwart Martin Vollenwyder und der Chefträmler Andres Türler sollen uns erhalten bleiben als Vertreter der FDP/die Liberalen (wenn schon kein Parteiprogramm dann wenigstens ein langer Name). Zusätzlich schicken sie noch Urs “the Schnauz” Egger. Ein Mann bei dem wenigstens nicht Hopfen und Malz verloren ist. Wieso sie keine Frau aufgestellt haben als Nachfolgerin von Fast-Stami Marthelli bleibt mir ein Rätsel. Genauso die musikalischen Fähigkeiten ihrer Kandidaten, ob also noch etwas wird aus unserer Regierungsband bleibt offen.

Eine Frau gibts aber von den Grünen, leider wohl die falsche für den Backgroundgesang (Stichwort “Panaschierkönigin”). Die Grünen wollen ihren Sitz mit Stadträtin Ruth Genner verteidigen. Aber nicht nur das, nein, gleich noch einen Zweiten haben sie ins Auge gefasst. Entweder Daniel Leupi (Mitinhaber des Velobüros und einer eigenen Homepage) oder Pierino Cerliani (Architekt mit eigenem CV). Die Grünliberalen wollen nebst ihrem inoffiziellen Stadtrat (Andres Türler) nun doch noch einen offiziellen. Mit Frau Denise Wahlen, Ernährungs- und Vitalstoff-Therapeutin, hätte man dann wenigstens schon jemand fürs Catering. “Wahlen wählen” ist ja auch ein super Slogan…

Die CVP wartet noch auf die göttliche Eingabe oder gibt man sich mit einem bestehenden Sitz zufrieden (Gerold Lauber)? Die göttliche Eingabe fehlt wohl auch der EVP, nebst den nötigen Stimmen. Ernst Danner wir es aber sicher nochmals probieren.

Die SVP hat Pandorras Box zum Glück noch nicht geöffnet, aber man kann an einer Hand abzählen was da wohl zum vorschein kommt. Messerstecher- Ratten- oder gar Tuenaplakate? Man wartet gespannt (Wie wäre es mit dem Slogan “Liebi Stadt, Zürich”).

Erfahrungsgemäss dürfen wir auch mit Teilnahme von Hanfueli, Kunigunde und Marian Danovski rechnen.

Eins ist also jetzt schon klar, es wird knapp werden mit dem Kuchen und der eine oder andere wird hungrig vom Tisch gehen.

Zürich ist schwul und keiner geht hin.

Sodom und Gomorrha hat uns die EDU versprochen, falls die Europride 09 in unserer Stadt gastiert würde. Leider habe ich davon nicht viel mitbekommen, abgesehen von ein paar Fähnchen und einem aufblasbaren Darkroom beim Ratshauscafe. Die Veranstaltung war eher unscheinbar an mir vorbeigezogen, fast so wie unsere neue Stadtpräsidentin. Wie heisst die schon schon wieder? Der Alt-Stapi ist da weitaus erfolgreicher mit der Medienpräsenz. Er sucht endlich einen neue Slogan für die Stadt (Danke!). Mein Vorschlag: “Zurich: closed for renovation”. Vielleicht liegt es auch an den vielen Baustellen, dass ich die Europride nicht gesehen habe, wobei knackige Bauarbeiter ja dem gängigen Klischee entsprechen würden, aber die mussten eben arbeiten…

Wädli und Sonnenschein

Das war wieder einmal ein Wochenende nach meinem Geschmack, 30°C und auch gleich noch der Schweizer Meistertitel. Da möchte ich dem FCZ herzlich gratulieren und Meteo natürlich auch. Weiter so!

Vielen Dank für die Blumen,

wie lieb von dir Cityvereinigung. Eigentlich war das Wochenende ja alles andere als erfreulich. Der FCZ vergibt den Matchball und die biometrische Vollerfassung wird Realität. Es gibt aber auch Lichtblicke, nach Bänken, Bären, Kühen und der gleichen gibt es diese Jahr Blumentöpfe in unsere schöne Stadt. Ich vermisse zwar den Basilikumtopf, aber vielleicht bin ich einfach zu sehr auf Funktion bedacht. Mögen die Pflanzen gedeihen und wachsen und uns brav Schatten spenden im Rekordsommer, der auf uns zukommt. Vielleicht nimmt sich Frau Martelli auch ein Beispiel daran und verzichtet darauf die Sächsileuten Wiese zuzupflasten und statt dessen englischen Rasen zu säen, sie hat schliesslich schon den Paradeplatz geteert!

B wie Bier von hier.

Wie Versprochen ein kurzer Blick ins stadtzürcherische Bierglas. Bier wird bekanntlich in Brauereien gebraut, von denen gab es viele in der Limmatstadt und gottlob gibt es mittlerweile nach dem Niedergangvon Hürlimann (jetzt Google und Co) und Löwenbräu (jetzt Kultur und Co) wieder die eine oder andere Stadtbrauerei.

Um Oben anzufangen, das Beste Bier braut mit Abstand Hirnibräu. Ein Mann mit Brauverstand und das schmeckt man auch. Wer einmal das Glück hatte das eine oder andere Fläschchen aus dem Giftschrank probieren zu können, der weiss wie Bier zu schmecken hat. Einziges Problem an der Sache ist natürlich der Vertrieb, klein und fein führt leider dazu, dass es nur in den wenigsten Lokalen erhältlich ist, gottlob kann man es sich nach Hause liefern lassen.

Auf dem zweiten Platz folgt der Lokalmatador Turbienenbräu. 1997 angetreten gegen die Vormachtstellung der Grossbrauereien hat sich die Brauerei prächtig entwickelt. Sie vertreiben nicht nur coole T-Shirts, nein sie brauen auch gutes Bier. Angefangen hat alles eher klein neben dem Les Halles (heute Besame Muchoo). Heute kann man es in diversen In-Lokalen trinken. Nebst einem “Standart” Lager, hat es mir das Rekord (am liebsten offen) angetan, sind gute dunkel Biere doch Mangelware. Mit dem Taifun habe sie übrigens den besten Begleiter zu asiatischem Essen geschaffen.

Auf dem Dritten Platz die Hausbrauerei der Liberalen (s’Bier, Flühgasse 8), aber keine Angst, brauen tut meines Wissens ein pensionierter Profi. Die Liberalen beschränken sich auf ihre Kernkompetenzen, dem Finanzieren und Vermarkten. So schmeckt das Bier und man steht Samstags in der Schlange um noch einen Kasten ab Rampe zu kaufen.

Und dann noch Amboss, zugegeben über Geschmack lässt sich streiten, aber wo kein Geschmack ist ist auch kein Streit. Insofern ein ideales Bier für den Nahen Osten, wenn nur der Alkohol nicht wäre. Man munkelt der Name komme vom Gefühl, dass man am nächsten morgen im Kopf hat. Spass beiseite, zu wenig Hopfen zu wenig Vollmundig (Besteht die Schüttung aus Gerstenstroh?), kurz nicht mein Geschmack.
Gebraut und Abgefüllt wir es ausserdem im steuergünstigem Baar bzw. Solothurn (obergährig), die machen ansonsten sehr gute Biere (Dunkel und Bügelspez). Insofern ist Amboss also auch gar keine Brauerei…dann schon lieber es Hürlimaa aus Rheinfelden.

Zu guter Letzt noch der Bierpaul, Ein Bierkonzept, das eigentlich mit Zürich nicht viel am Hut hat (ausser 01, aber das nun auch nicht mehr), wird es doch von der Erusbacher Brauerei hergestellt. Keine Angst, das Bier hat keine weisse Socken. Die Idee mal etwas anderes zu machen, statt nur Stangen-Lager finde ich unterstützenswert, zumal die eine oder andere Sorte wirklich sehr gut gelungen sind.
Das ganze hat nur zwei Probleme, erstens das Nummernkonzept. Wer tauft seine Biersorten 01, 02, 03? Das kann sich keiner (zumindest ich) merken (spätestens nach dem ersten, zweiten,…Bier) und so wird das bestellen zum Glücksspiel. Dabei könnte man sie ja einfach “Weizenpaul”, “Dunklerpaul” und “Roggenpaul” nennen.
Das Zweite sind die “ä-stange. Ich au” Trinker, so läuft das Bier nicht immer zügig über die Theke, bzw. ist der Absatzmarkt halt doch sehr klein. Die Folge davon ist, dass die eine oder andere Flasche schon etwas lange rumsteht. Das ist wohl das Schicksal von Spezialbieren und eigentlich ja nicht der Fehler der Brauerei. Mein Tipp ein Doppelbock belgischer Stil, dem tut ein wenig warten Gut.

Proscht Nägeli!

PS: Alle die ich vergessen habe, werden nach einreichen eines Musterexemplars natürlich gerne angefügt.

Alles neu macht nicht der Mai,

sondern das Frühjahr 2010, dann wird nämlich wieder gewählt! Da Frau Martelli nun auch das Handtuch wirft, bietet sich die Gelegenheit wieder einmal frischen Wind in unsere Regierung zu bringen. Ich bin gespannt wer sich dann offiziell als Kandidatin aufstellen lässt. Manchmal reicht ja schon eine Köchin um den Brei zu verderben.
An Arbeit für die neuen wird es ja nicht Mangeln, jetzt droht auch noch der Bahnhofsplatz ein zustürzen. Ich gebe zu, ein vom Sockel fallender Alfred Escher wäre das passende Bild zum 1. Mai. Das haben die Genossen ja schon mal vergeblich versucht, nur im Keller hat es keinen platz mehr für Plätze, den da sind schon wir am 1. Mai, um über die Nominierung der neuen Stadtratskandidatinnen zu debattieren.

Schon wieder 1. Mai?

Während sich das Bürgertum unserer Stadt am Sechseläuten farbenfroh präsentiert und als Höhepunkt den Böög verbrennt, zünden die Linken lieber die eigene Stadt an (bevorzugt den Kreis 4 ) und Kleiden sich schwarz, als wäre der erste Mai ein Trauertag. Trauertag eigentlich nicht, eher ein Trauerspiel was sich da so jedes Jahr abspielt. Zu erst marschieren die ewig Gestrigen mit Stalinplakaten durch unsere Stadt, danach fangen sie Randale mit der Polizei an, um sich dann hinterher über ihr Eingreifen zu beschweren. Kein wunder wird darüber diskutiert, diesen Tag abzuschaffen, dabei gäbe es doch einiges zu Besprechen bei der derzeitigen Weltwirtschaftslage. Zum Glück gibt es aber eine geistreiche Alternativveranstaltung an dem besagtem Datum. Dort kann man bei einem guten Tropfen in Ruhe die Lösungen für all die Krisen diskutieren. Die Strasse mögt ihr haben, die Keller gehören uns!

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